Mittwoch, 25. September 2013

Ich bin zu fertig, um mir eine Überschrift einfallen zu lassen

Ich wollte mich zum Schreiben zwingen so bald ich daheim war. Hat aber nicht geklappt, bin viel zu durcheinander. Ich kann nicht glauben, was gerade passiert ist.


Theoretisch war ich heute 17 Stunden "arbeiten", besser gesagt "nicht zuhause". Wir hatten heute den sich wohl am spaßigsten anhörenden Drehtag vom ganzen Film: ein Kindergeburtstag artet in einer Tortenschlacht aus. Auch wenn das auf den Bildern nicht so aussieht, es war alles richtig schön mit Süßigkeiten, Muffins, Spielzeug etc. geschmückt. Was auf den Bildern aber wahrscheinlich noch viel weniger realitätsgetreu rüberkommt, ist das Wetter. Es war arschkalt! Ich konnte eigentlich den ganzen Tag lang meinen Atem sehen. Meine eh schon immer kalten Füße sind bald am Boden festgefroren. Erst jetzt habe ich gemerkt, wie durchweicht meine Socken und Schuhe sind. Es hat wieder einmal geregnet. Noch dazu habe ich nichts von der Tortenschlacht gesehen, weil ich den Set-Tisch bewachen musste, der hinter einem Gebüsch aufgebaut war. Die total eingesauten Kinder und der glitschige bunte Boden waren aber Beweis genug, dass sie stattgefunden hat. Es hat überall nach süßer-Erdbeertorte gerochen. Ich habe den Geruch jetzt noch in der Nase. So eine Tortenschlacht ist auf jeden Fall schon einmal der richtige Weg der kommenden Generation den Wert von Lebensmitteln in der heutigen Zeit beizubringen.
Nachdem dieser kalte und äußerst langweilige Drehtag, an dem ich eigentlich nur hinter einem Gebüsch warten musste, endlich um war und wir alles eingeräumt hatten, bin ich zurück zum Lieferwagen und wollte meinen Rucksack rausholen.
Es kam mir schon jemand zuvor. Er war weg. Ich fand es nicht schlimm. Ich war mir erstaunlich sicher, dass ihn einfach jemand in einen anderen Wagen gepackt hat (was aber eigentlich noch absolut nie vorkam und keinen Sinn macht). Aber das war nicht so. Mein Rucksack wurde geklaut.
Ich kann gerade nicht glauben, dass das passiert ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meinen dicken (dick hauptsächlich wegen eigentlich unnötigen Kassenzetteln von besonderen Orten und Fotos) zerkratzten (Becky du weißt, warum er zerkratzt ist/war) Ledergeldbeutel nie wieder sehen werde. Die EC-Karte habe ich sofort gesperrt, beziehungsweise mein Vater. Ich bin ja so selbstständig. Danach sind wir zur Polizei und haben eine Anzeige aufgegeben. Wir saßen dort bis halb 11. Ich kam mir vor wie im Gefängnis. Dabei habe ich wirklich gar nichts falsch gemacht, ausnahmsweise. Der Lieferwagen sollte eigentlich abgeschlossen gewesen sein und mein Rucksack lag sogar unter dem Beifahrersitz. Ich hoffe ich bekomme meine 150 Euro, die im Geldbeutel waren, meine Kopfhörer und den ganzen Ausweis-Führerschein-Krankenkarte-Kram erstattet... aber irgendwie ist mir das im Moment nicht so wichtig wie es vielleicht sein sollte. Am liebsten hätte ich einfach meinen Geldbeutel wieder, inklusive den Fotos, Kassenzetteln und den anderen Erinnerungen. Aber wahrscheinlich denke ich morgen schon anders. Wenn ich erstmal realisiere, was passiert ist, werden mir die Karten und das Geld bestimmt wichtiger haha. Ich muss jetzt erstmal schauen, wie ich ohne Ausweis und Geld auskommen soll. Außerdem hoffe ich, dass ich eine Ersatz-Bahncard bekomme, sonst kann ich mir auch noch eine neue Heimfahrt buchen. Leider waren in dem Rucksack auch noch meine von der Jacke abgetrennte Kapuze und meine einzige Haarbürste, die ich hier habe, drinnen. Ich werde ab morgen also nur noch mit meiner Snowboardjacke rumlaufen müssen, weil ich sonst keine Kapuze habe. Die Haare werden morgen wohl auch sehr darunter leiden, aber ich kann mir ja eine neue Haarbürste kaufen. Ach nein, geht ja nicht. Ohne Geld.
Aber ich bin wahnsinnig froh mein Handy noch zu haben. Einfach nur die Freude, dass ich mein Handy nicht verloren habe, ist sogar größer als die Traurigkeit über den Verlust von meinem ganzen Rucksack. Das ist irgendwie krank, wenn man genauer nachdenkt.

Ich habe mir geschworen ab morgen nichts wertvolles mehr zum Set mitzunehmen! 
Aber wie auch, ich hab ja eh nichts mehr haha

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